Also gingen wir zu Atari und sagten, 'Hey, wir haben dieses erstaunliche Ding sogar aus einigen Ihrer Teile zusammengebaut, was halten Sie davon, uns zu finanzieren? Oder wir geben es Ihnen. Wir wollten es einfach tun. Zahlen Sie unser Gehalt, wir kommen und arbeiten für Sie'. Und Sie sagten, 'Nein'. Dann gingen wir zu Hewlett-Packard, und sie sagten, 'Hey, wir brauchen Sie nicht, Sie haben das College noch nicht abgeschlossen.
Gleich nach dem Abitur am Albertus-Magnus-Gymnasium in Köln begann ich an der Kölner Uni ein Studium in Geografie und Germanistik mit dem Ziel Lehramt für Sekundarstufe II. Eine Entscheidung, die vor allem familiär bedingt war (Opa, Vater, Bruder waren Lehrer). Das Grundstudium absolvierte ich im Eiltempo, denn ich hatte ganz konkrete Zukunftspläne. Schließlich hatte ich bereits 1979 geheiratet und im Frühjahr 1981 kam mein erster Sohn Florian zur Welt. Damals gab es noch die Chance, nach bestandener Zwischenprüfung eine Stelle als Aushilfslehrer anzunehmen und genau das hatte ich mit meinem ehemaligen Geografielehrer abgesprochen. Natürlich war ich mit 20 Jahren viel zu jung, um eine Klasse unterrichten zu können und somit erhielt meine Karriereplanung einen ersten Rückschlag.
Der nächste Rückschlag stellte sich im Nachhinein als eine entscheidende Wendung in meinem Leben heraus, wenn auch mit Verspätung. Denn ich bin ein begnadet schlechter Zeichner und Kartografie als Bestandteil meines Studiums stellte für mich eine fast unüberwindliche Hürde dar. Für so etwas gibt es doch neuerdings Computer, dachte ich und kaufte mir vom letzten Geld 1982 einen Dragon 32.
Überflüssig zu erwähnen, dass das sehr naiv gedacht war. Mit dem Commodore 64 erlosch auch schnell das Licht des Dragon, die Firma ging pleite und um überhaupt etwas mit dem Teil anfangen zu können, war es notwendig, sich mit Microsoft Extended BASIC auseinanderzusetzen. Programme wurden auf dem Kassettenrecorder gespeichert (die so genannten Floppy-Laufwerke waren unbezahlbar) und mein erstes großes Programm "Intelligenter Einkaufszettel" umfasste schon einige 1000 Zeilen Code.
So schnell meine "IT Karriere" begonnen hatte, so schnell endete sie. Eines Tages kam mein Bruder mit der neuesten Platte der Rolling Stones vorbei. Langer Rede kurzer Sinn, mangels freier Kassette opferte ich mein Programm und der Computer fristete auf Jahre eher ein Schattendasein in meinem Leben. Ganz davon los kam ich natürlich nie und so folgten auf den Dragon diverse Amigas. Aber nach der Geburt meines zweiten Sohnes Hannes 1983 stand Geldverdienen auf dem Programm und nach der Geburt meiner Tochter Annika 1986 musste eine Entscheidung gefällt werden.
Ich habe dieses Land extensiv bereist und mit den besten Leuten gesprochen und kann Ihnen versichern, daß die Datenverarbeitung eine Modeerscheinung ist, die dieses Jahr nicht überlebt.
Da viele der zahlreichen Jobs während meiner Studentenzeit in der Gastronomie waren, versuchte ich gemeinsam mit einer Feundin, aus der Not eine Tugend zu machen: Wir eröffneten 1987 in Köln-Nippes unsere eigene Kneipe "Motel", die zu ihren besten Zeiten durchaus eine angesagte Adresse war. Computer waren immer noch etwas Exotisches und es hatte sich herumgesprochen, dass ich "irgendwas mit Computern zu tun hätte". Einer unserer Gäste, Prof. Dr. Meder, sprach mich an und ich erstellte für ihn nebenbei Lernprogramme für die von ihm in Deutschland vertriebene Datenbank R:BASE. Gleichzeitig war dies auch meine erste Begegnung mit einem PC (IBM 286). Als er mich 1991 fragte, ob ich nicht komplett zu ihm wechseln wolle, sagte ich spontan zu und der Gastronomie Lebewohl.
OS/2 wird die Plattform der 90er werden.
In meiner neuen Firma JANUS software Projeke wechselten meine Tätigkeiten mit den Kenntnissen rund um das Produkt R:BASE, das für DOS und OS/2 verfügbar war. Zunächst arbeitete ich im technischen Support, später leitete ich SQL-Schulungen und war verantwortlich für die deutsche Lokalisierung des Produktes.
Ich glaube, daß es weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer gibt.
Nun, Gott sei Dank lag Thomas Watson falsch und die ersten Jahre meiner Selbstständigkeit verliefen ausgesprochen erfolgreich. Einzelheiten finden sich in den Referenzen und an dieser Stelle möchte ich nur zwei Projekte herausheben, die einen besonderen Einfluss auf mich und meine Arbeit gehabt haben.
Das erste ganz große Projekt war meine Tätigkeit für die Bankgesellschaft Berlin 1997 bis 1998. Ich hatte mich auf das Programm Toolbook spezialisiert, eine Software, die sich hervorragend eignete, um Softwaresimulationen zu erstellen und über einige Möglichkeiten der Animation verfügte, dabei auch noch eine mächtige Scriptsprache mitbrachte (Flash und erst recht ActionScript lagen noch in weiter Ferne). Während dieser beiden Jahre hatte ich je eine Wohnung in Berlin und Köln und pendelte hin und her. Nach Beendigung meines Engagements für die Bank konnte ich mir in Köln ein neues Büro leisten und mich einer neuen Herausforderung stellen.
Und die kam in Form eines groß angelegten Projekts namens Tatort "Manila". Eine multimediale CD-ROM im Auftrag des Bundesministeriums für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Eine überaus engagierte Arbeit, in die ich viel investierte und für die wir auch einige Preise erhielten (Höhepunkt: Der deutsche Multimedia Award in Bronze, 1999). Verdient habe ich während dieser Zeit fast gar nichts und die erhofften Folgeaufträge blieben aus. Mit drei Kindern in Ausbildung wollte ich kein Risiko eingehen und heuerte kurzerhand bei der Firma InteractiveM an. Trotzdem liegt mir die Tatort CD immer noch am Herzen und ich halte sie auch nach all den Jahren für immer noch so gut, dass ich sie im Downloadbereich für Interessierte zur Verfügung gestellt habe.
Es gibt keinen Grund, warum irgend jemand einen Computer in seinem Haus wollen würde.
Zum Glück hatten immer mehr Leute einen Computer zu Hause, denn meine Aufgabe bei InteractiveM war die Programmierung von CD-ROMs, die als Heftbeilage für diverse Magazine des WEKA Verlages erstellt wurden, zunächst mit Toolbook, später mit HTML/Javascript. In meiner Freizeit hatte ich mich inzwischen mit PHP und MySQL befasst und mein erstes Open Source Modul für das CMS PostNuke entwickelt.
Dieser Bereich faszinierte mich mehr und mehr und als 2003 Robert Gasch, damals Bereichsleiter Technology der value4business GmbH in Dortmund, rief, hatte ich eine schwere Entscheidung zu treffen. Meine Entscheidung, zur v4b zu wechseln, war einzig und allein dem Umstand zuzuschreiben, dass ich mich ganz und gar den Feldern Open Source, PHP und PostNuke widmen konnte und zu 90% meinen Job von zu Hause erledigen konnte. Bei InteractiveM hatte ich ein tolles Team und die Trennung fiel mir nicht leicht. Loyalität ist mir sehr wichtig und dieser Wechsel hätte ganz sicher nicht stattgefunden, wenn meine Position nicht durch die Umstellung der Heft-CDs auf HTML/Javascript ersetzbar gewesen wäre.
Computer der Zukunft dürfen nicht mehr als 1,5 Tonnen wiegen.
Und weil die Entwicklung seit 1949 nicht stehen geblieben ist, gab es auch "schon" 2004 Computer, die sich Notebook nennen und dank ihres geringen Gewichts Mobilität ermöglichen. Mein persönliches Erscheinen in Dortmund war dank Internet auf ein Minimum beschränkt und da selbst auf meiner Lieblingsinsel La Gomera (südlich von Teneriffa, Kanarische Inseln) die Technik in Form von DSL Einzug gehalten hatte, gab ich meine Kölner Heimat komplett auf und wanderte kurzerhand aus. Ich blieb aber nach wie vor bei der value4business GmbH angestellt und pendelte mehrfach im Jahr zwischen Deutschland und Spanien.
Aus persönlichen Gründen brach ich das Experiment im Februar 2005 wieder ab und kam zurück nach Köln. Trotz allem bleibt La Gomera für mich "meine" Insel, auch wenn ich mich in Köln wieder sehr wohl fühle. Was meine Arbeit in den letzten Jahren für value4business GmbH und Open Source Software Works betrifft, verweise ich auch hier auf die Referenzen.
Meine Tätigkeit für die Firma Open Source Software Works endet zum Jahresende 2007. Ich werde mich wieder in die Selbstständigkeit begeben und freue mich auf neue Projekte...
...vielleicht mit Ihnen?
Thomas Smiatek, am 6. Dezember 2007
Nachtrag Mai 2008: Seit Anfang des Jahres bin ich zu InteractiveM zurückgekehrt. Ich betreue dort vornehmlich die Landing Pages eines Großkunden, bin aber auch nach wie vor in die Entwicklung von diversen PHP-basierten Projekten eingebunden.
Neben dieser festangestellten Tätigkeit habe ich wie geplant meine Selbstständigkeit begonnen und inzwischen einige Projekte realisiert.